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Der Wahnsinn der aktuellen A39-Vorzugsvariante

  • Eine Autobahn bedeutet immer den radikalsten und unverträglichsten Eingriff in die Natur. Es ist anerkannte Tatsache, dass ein Korridor von  5 km Breite für Wohnen und Erholung nahezu unbrauchbar wird. Die gesamte Ilmenauniederung von Lüneburg bis Bodenteich liegt zur Hälfte in diesem Bereich. Weil man die Querung des FFH - Gebietes nördlich von Bardowick scheute (wg. Umfangreicher Ausgleichsmaßnahmen) bzw. vor einer Untertunnelung Adendorfs zurückschreckte, wird für die Bevölkerung unverzichtbarer Erholungsraum über 100 km Länge von Lüneburg bis Wolfsburg zerstört. (Treffend beschrieben in Anlage 18)
  • Auch wenn der Elbeseitenkanal (ESK) vom Flächenbedarf und von der verkehrlichen Einordnung her, oberflächlich betrachtet, mit einer Autobahn zu vergleichen ist, so hat er in der Realität über die Jahre sein eigenes Flair entwickelt und ist somit für viele Menschen für die tägl. Erholung nicht mehr wegzudenken. Wie ein Kanal als Erholungsraum aktiv genutzt wird, lässt sich sehr schön am Beispiel der Stadt Münster in Nordrhein-Westfalen beobachten. Der Elbeseitenkanal steht diesem Beispiel in nichts nach. Von daher halte ich es für einen eklatanten Planungsfehler den ESK oberflächlich als Schneise zu sehen, in die sich ohne weiteres noch eine Autobahn mit hineinlegen lässt.
  • Durch die aktuelle Variante werden für die Ortschaften, im angrenzenden Bereich zu den Anschlussstellen, Umgehungsstraßen provoziert, die noch mehr Fläche versiegeln und weiteren Verkehrslärm erzeugen, die dazugehörigen Kostenaufwendigen Schallschutzmaßnahmen nicht zu vergessen (s. Anlagen 11, 19, 20).
  • Die aktuelle Trasse verläuft derartig nah an dicht besiedelten Gemeinden vorbei, dass diese aus Angst vor mehr Durchgangs- und Zubringerverkehre einen Anschluss der Gemeinde an die Autobahn ablehnen, aus gutem Grund (s. Anlagen 10, 12, 33, 38, 53, 54).
  • In vielen Ortschaften sind Investitionen in Verkehrsberuhigende Maßnahmen geflossen, die zukünftig als verlorene Investitionen abzuschreiben sind, da die Vorzugsvariante Zubringerverkehre provoziert, die diesen Investitionen zuwiderlaufen.
  • Durch die aktuelle Planung wird die Stadt Lüneburg, die mittlerweile mit den Gemeinden Adendorf, Ebensberg und Erbstorf quasi zusammengewachsen ist, geteilt. Mit dem schnellen wachsen der drei Ortschaften, ist die Verlängerung der ehem. A250 von Bardowick, als Ostring um Lüneburg herum verbaut worden. Für die Lösung dieses Problems wird daher ein Tunnel für diesen ursprünglichen Autobahnverlauf zwischen Adendorf und Lüneburg zu planen sein (Variante 2).
  • Da die Anbindung der auf Lüneburg zulaufenden von Osten kommenden Landesstrassen an die Stadtautobahn, schon zu sehr engen Verschachtelungen geführt hat, kann man sich vorstellen welche Kosten der Eingriff in diese ausgeknautschte Infrastruktur provozieren wird. Verursacht durch zahlreiche Bauzustände, die erforderlich werden um den Verkehr während des Baubetriebes durch dieses enge Nadelöhr zu bekommen. Dazu kommt, im Ergebnis wird dieser Bereich später aussehen, wie eine völlig verbaute Verkehrsinfrastruktur.

 

Anlagen: